Begriffe zur Unternehmens-Bewertung

Unternehmensbewertung - Grundsätzliches

Der Unternehmenswert als Kaufpreis für ein Unternehmen setzt sich grundsätzlich aus 3 Komponenten zusammen:

Der objektive Unternehmenswert ist die Wertermittlung aus den messbaren Fakten, wie z.B. den Jahresabschlüssen oder Vermögensgegenständen. Für die Unternehmensbewertung werden in der Regel die letzten 5 Jahresabschlüsse herangezogen und daraus unter anderem Cashflow, Ertragswert, Substanzwert und Firmenwert ermittelt

Der subjektive Unternehmenswert umfasst Faktoren, die nicht direkt messbar, sondern nur bewertbar sind. Das sind z.B. die Einschätzung der Zukunftsaussichten, die Beurteilung der Marktstellung, der Kundenstamm oder die Meinung zur Qualität des Managements.

Der individuelle Unternehmenswert schließlich liegt in der Sicht und Situation des jeweiligen Betrachters. So wird ein Pionierunternehmer, der ein Leben lang sein Unternehmen aufgebaut hat, eine andere Wertvorstellung für sein Unternehmen haben, als ein renditeorientierter Investor ohne emotionale Bindung.

Die Übergänge zwischen subjektiver und individueller Bewertung sind fließend und nicht exakt abgrenzbar.

 

Unternehmensbewertung -
Begriffe und Verfahren

Ertragswert

In der Praxis am gebräuchlichsten ist die Wertermittlung nach dem Ertragswert. Hierbei wird errechnet, welchen Betrag ein Kapitalanleger investieren müsste, um einen Zinsertrag in Höhe der erwirtschafteten Gewinne zu erzielen. Die klassische Ertragswertberechnung berücksichtigt dabei die Erträge der Vergangenheit aus den Bilanzen. Die DCF-Methode (Discounted Cashflow) berücksichtigt zukünftige Erträge aus einer Planrechnung und zinst diese auf den Betrachtungs-Zeitpunkt ab.

Substanzwert

Der Substanzwert berücksichtigt alle Vermögensgegenstände des Unternehmens zum augenblicklichen Verkehrswert abzüglich aller Verbindlichkeiten. Dieser Wert ist vor allem dann von Interesse, wenn Grundstücke und Gebäude zum Betriebsvermögen gehören.

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Mittelwert

Der Mittelwert ist das arithmetische Mittel aus Ertragswert und Substanzwert. Fälschlicherweise wird in der Praxis hierfür oft der Begriff "Stuttgarter Verfahren" verwendet.

Firmenwert

Der Firmenwert ist der Ertragswert abzüglich dem Substanzwert. Er gibt die Höhe der "immateriellen Werte" des Unternehmens an.

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Stuttgarter Verfahren

Das Stuttgarter Verfahren ist ein von der deutschen Finanzverwaltung verwendetes Bewertungsverfahren für Kapitalgesellschaften. Es ermittelt den Unternehmenswert indem Vermögen und der Durchschnitts-Ertrag der letzten 3 Jahre in Relation zum Nennkapital gesetzt werden. Nach einer bestimmten Formel (Vermögen in %+5xErtrag in % davon 68%) wird eine Relation zum Nennkapital errechnet, die den Wert ergibt. Dieses Verfahren ist dem Namen nach relativ bekannt, für die Praxis jedoch wenig geeignet.

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Liquidationswert

Der Liquidationswert gibt an, welcher Betrag erzielt werden kann, wenn das Unternehmen aufgelöst wird. Vereinfacht ausgedrückt sind dies sämtliche Bank-Guthaben, Bargeld und offene Forderungen plus dem Erlös aus der Verwertung von Lagerbeständen abzüglich sämtlicher Verbindlichkeiten und den Liquidationskosten. Nach wissenschaftlicher Theorie soll dieser Wert die absolute Wertuntergrenze für jedes Unternehmen darstellen.

Für die Praxis ist dieser Ansatz des Liquidationswertes nur bedingt zu gebrauchen. Die Verwertungserlöse hängen in starkem Maße von der verfügbaren Zeit ab. Ebenso sind die Liquidationskosten selbst nur bedingt einschätzbar oder haben einen Entscheidungs-Spielraum.

Für den Liquidationswert haben wir eine praxisgerechte Methode zur Ermittlung des Liquidations-Status entwickelt. Dabei gehen wir u.a. von einer schnellstmöglichen Sofortverwertung des Lagerbestandes zu einem Pauschalpreis von 50% des aktuellen Inventurwertes aus und lassen Liquidationskosten außer Ansatz. Der so errechnete Wert ist mit guter Wahrscheinlichkeit auch realisierbar.

Besonders bei Kaufüberlegungen speziell von Krisen-Unternehmen oder bei Fortführungs-Fragen können so auf einem einzigem A4-Blatt grundlegende Erkenntnisse gefunden werden, die dem Praktiker viele aufwendige und umfangreiche betriebswirtschaftlichen Analysen ersetzen.

 

Marktwert

Der Marktwert ergibt sich einzig und allein aus Angebot und Nachfrage. Er kann gelegentlich völlig unabhängig von unternehmensbezogenen Kriterien sein. Dieser Wert kann eindeutig nur bei börsennotierten Aktiengesellschaften ermittelt werden. Der Kurswert der Aktien mal deren Anzahl gibt den Marktwert an.

 

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Unternehmenswert ?

   objektiver Wert
+ subjektiver Wert
+ individueller Wert

= Unternehmenswert


Liquidiationswert

Für den Liquidationswert haben wir eine praxisgerechte Methode zur Ermittlung des Liquidations-Status entwickelt. Dabei gehen wir u.a. von einer schnellstmöglichen Sofortverwertung des Lagerbestandes zu einem Pauschalpreis von 50% des aktuellen Inventurwertes aus und lassen Liquidationskosten außer Ansatz. Der so errechnete Wert ist mit guter Wahrscheinlichkeit auch realisierbar.

Besonders bei Kaufüberlegungen speziell von Krisen-Unternehmen oder bei Fortführungs-Fragen können so auf einem einzigem A4-Blatt grundlegende Erkenntnisse gefunden werden, die dem Praktiker viele aufwendige und umfangreiche betriebswirtschaftlichen Analysen ersetzen.